Donnerstag, 13. Juni 2019


10.00 Uhr, Ramschwagsaal

 

Agora Theater / Belgien

HANNAH ARENDT AUF DER BÜHNE       10+

von Ania Michaelis und Felix Ensslin nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Marion Muller-Colard und Clémence Pollet.

 

An ihrem Sterbetag im Dezember 1975 begegnet die kinderlose Hannah Arendt einem kleinen Mädchen, das ihr selbst gleicht und auch Hannah heißt. Das Kind fordert Arendt heraus, „stört“ sie und passt nicht in den Tagesplan der berühmten Philosophin, nämlich konzentriert an ihrem Werk zu arbeiten.

Unterbrochen, irritiert und herausgefordert begibt sie sich mit dem Mädchen ins Theater und erklärt hier die Grundbegriffe ihrer Philosophie.

Das Kinderbuch wie auch die Inszenierung lassen Bedrohung und finstere Zeiten ebenso wenig aus wie den Rückzug in das Private, den folgenlosen Diskurs und den Verlust der Menschlichkeit. Durch die Seiten zieht sich der Gedanke, dass Freiheit ein fragiles Gut ist, das es immer wieder neu zu erkämpfen gilt. Das hoffnungsvolle Ende beschreibt Hannah Arendts Glauben an das Unvorhersehbare, daran, dass mit jedem neuen Kind die Welt neu beginnen kann.

 

Spiel: Wellington Barros, Karen Bentfeld/Annika Serong, Galia De Backer/Ninon Perez, Roland Schumacher; Dramaturgie: Felix Ensslin, Sascha Wolters; Regieassistenz: Susi Muller; Bühne/Technik: Céline Leuchter; Kostüm: Petra Kather; Regie: Ania Michaelis. 

 

Fotos: Céline Leuchter


20.00 Uhr, Artenne

 

Volksbühne am Kaulenberg / Deutschland  

DEIN KAISER - EINE TOTALITÄRE THEATERERFAHRUNG           15+

 

Plötzlich hat Rom einen Kaiser, der nicht mehr zu kontrollieren ist. Ein Künstler. Ein Verrückter.

Köpfe rollen, Menschen werden enteignet, Tränen fließen. Freiheit eben. Er zwingt zum Nachdenken, er offenbart Missstände, zeigt auf, was der Preis für politische Logik ist. Und Rom wird polarisiert. Keine Kriege. Keine Pest. Er zermalmt Menschenleben und wartet darauf, dass sie sich endlich auch selbst befreien. „Man ist immer nur auf Kosten eines Anderen frei. Das ist ärgerlich, aber normal.“

Dieser Text beißt in das Gehirn. Mit unerbittlicher Logik. Aber keine Sorge, es gibt Ästhetik. Am Höhepunkt seiner Willkür erwischt den Kaiser plötzlich das, was er an Menschen so verabscheut: Die Angst. Das Publikum selbst wird zu Zuschauern, zu Opfern, zu Schuldigen. Natürlich ist alles nur ein Spiel. Wie im wirklichen Leben.

 

Mit:  Jonas Schütte und Jennifer Krannich; Regiebegleitung: Wieland Mikolajczyk; Konzept, Choreografie, Kostüme: Jonas Schütte. 

 

Fotos: Anna Kolata